Aktuell
seit Jahren werden in der Basis- und in der Herdbuchzucht der Mutterrassen alle Nachkommen linear beschrieben. Das heißt, zum Zeitpunkt der Selektion wird jedes Jungtier einer Exterieurbonitur unterzogen. In einem Punktesystem von 1-9 werden neben Wuchs und Länge die Hinterbeinwinkelung, die Hinterbeinfesselung, die Hinterbeinstellung sowie die Klauenqualität und die Bemuskelung der Tiere beurteilt. Dabei stellt der Wert „5“ jeweils das Optimum der Rasse dar. Es gibt hierbei nur eine Ausnahme – das neu hinzugekommene Merkmal „Röhrbeinstärke“. Bei diesem gilt: Je höher die Ziffer desto besser. Mit diesen umfangreichen Daten ist eine fundierte Zuchtwertschätzung möglich, die ab April 2009 bei den Mutterrassen in Form eines Balkendiagramms veröffentlicht wird.
Wichtig bei der Interpretation dieses Diagramms ist es, zu wissen, dass im Gegensatz zu anderen Zuchtwerten der beste Zuchtwert um die 100 liegt und nicht gilt, je höher desto besser (Ausnahme: Röhrbeinstärke). Als Faustregel gilt: Ein Zuchtwert im Bereich von 80 bis 120 Punkten ist als optimal anzusehen, denn die Nachkommen des Ebers und auch der Sau zeigen zu einem großen Anteil eine optimale Ausprägung des jeweiligen Merkmals.
Beispiel: Der Eber hat bei der Hinterbeinfesselung einen Zuchtwert von 70, das heißt, seine Nachzucht zeigt eine Tendenz zur Durchtrittigkeit. Bei der Anpaarung dieses Ebers sollten also Sauen mit einer straffen Fessel ausgewählt werden.